Ziel: Produkte entwickeln
 
Rabea Oelen nutzt die Ausbildung zur Bäckerin als Sprungbrett für den späteren Beruf
Eigentlich ist Rabea Oelen keine Frühaufsteherin. Doch sie will Bäckerin werden. In der elften Klasse stand für sie fest, dass sie die Ausbildung machen will. Oelen ist im dritten Jahr und hat Spaß an der Arbeit. Nach der Lehre will sie ihr Abitur nachholen, studieren und in die Lebensmittelindustrie
gehen.
„Der Beruf ist abwechslungsreich und bringt Spaß“, sagt die junge Frau, die in ihrer Freizeit Fußball spielt und in der Landjugend aktiv ist. Die Lehre will sie als Grundlage für ihren weiteren Berufsweg nutzen. „Ich möchte mein Abitur nachholen, studieren und in der Lebensmittelbranche in der Entwicklung arbeiten“, berichtet sie. Rabea Oelen hat großen Spaß daran, mit Lebensmitteln umzugehen. Je nachdem, an welcher Station die 21-Jährige eingeteilt ist, muss sie zwischen 0 und 6 Uhr nachts beginnen. „Ich wusste, was auf mich zukommt. Bei den Arbeitszeiten hat man noch etwas vom Tag“, findet Oelen, die schon zu Hause immer gerne gebacken hat: „Am liebsten backe ich Kuchen und Brote.“
Nach der zwölften Klasse verließ sie die Schule und schrieb Bewerbungen: „Ich
hatte Glück. Schon nach dem dritten Versuch habe ich einen Ausbildungsplatz in Bremerhaven bekommen“, erinnert sie sich. Inzwischen ist sie im dritten und letzten Lehrjahr. Auf dem Ausbildungsplan steht neben der praktischen Lehre auch die Berufsschule – die Gewerbliche Lehranstalt Bremerhaven. Montags von 8 bis 15 Uhr und alle zwei Wochen donnerstags von 10 bis 13 Uhr gehört Mathe, Fachtheorie, Produktionstechnik, Politik und Wirtschaftslehre zum Tagesablauf. „Wir lernen dort, was passiert, wenn wir beispielsweise zu viel Mehl oder zu wenig Hefe verwenden“, berichtet die 21-Jährige. Neue Brotsorten oder Brötchen entwickelt sie jedoch nicht, was sie aber gerne einmal machen würde. In der Bäckerei sind die Einsatzorte unterschiedlich. Die auszubildende Bäckerin stellt Teig her, formt Brezeln und dergleichen oder steht am Ofen, um die Waren hineinzuschieben und herauszunehmen.
Ab und an arbeitet sie auch in der Konditorei. Dann allerdings nicht, um Torten zu fertigen, sondern um sich um das Kleingebäck zu kümmern. „In der Regel arbeitet man mit zwei Personen an einer Station zusammen“, berichtet die 21-Jährige, die auch sonnabends im Einsatz ist. Zum Ausgleich gibt es dafür einen Tag frei. Bei Fragen steht ihr der Ausbilder und Backstubenleiter Michael Schaub zur Seite. Die Bezahlung sieht wie folgt aus: Im ersten Lehrjahr 385 Euro, im zweiten 440 und im dritten 540 Euro netto. 24 Tage Urlaub sind in der Ausbildung vorgesehen.
Bericht aus dem Sonntagsjournal vom 19.10.08 
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